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Ein, zwei Nächte in einem mallorkinischen Kloster

9 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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Wer auf einer Ferieninsel lebt, wie ich auf Mallorca, kommt wahrscheinlich kaum auf die Idee, hier einmal selbst Urlaub zu machen. Aber genau das möchte ich heute vorschlagen.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, gelegentlich einmal ein, zwei Nächte oben auf einem Berg in einem der schönen alten Klöster Mallorcas zu verbringen, oder vielleicht sogar ein langes Wochenende?

Die meisten Klöster auf Mallorca stehen heutzutage leer. Die Mönche sind abgewandert, weil sie unter Mangel ihres Nachwuchses leiden. Die schönen Klöster sind aber noch da und sind auch meist sehr romantisch gelegen. Viele der mallorkinischen Klöster bieten schon seit Längerem eine Beherbergung in einfachen Räumen in den ehemaligen Mönchszellen an. Eine tolle Sache, glauben Sie mir.

Es gibt etwa 30 Klöster und Einsiedeleien auf Mallorca, ohne die in der Inselhauptstadt Palma mitzuzählen. Zehn dieser ländlich gelegenen Refugien bieten Unterkünfte an, soweit ich das feststellen konnte. Fünf davon will ich heute für einen Kurzurlaub etwas beschreiben.

Einige dieser Herbergs-Klöster bestehen auf einem Mindestaufenthalt von drei Nächten, je nach Jahreszeit. Die Unterbringung mag manchmal sehr einfach sein, aber gerade das kann ja auch einmal seinen besonderen Reiz ausmachen. Hier und da muß man vielleicht sein Bett selber machen, und nicht alle Klöster haben immer eine Dusche oder heißes Wasser parat, aber bei Preisen von 15 € bis 30 € pro Nacht und pro Person erwartet man auch nicht allzuviel Luxus.

Was die Klöster an Komfort vermissen lassen, gleichen sie an guten Aussichten wieder aus. Als Bonus findet man stattdessen jedes Mal die immer schwieriger zu findenden Vorzüge von Einsamkeit, Ruhe und Seelenfrieden.

Kurz hinter Llucmajor erhebt sich aus der zentralen Ebene Mallorcas der Randa-Berg, der leider durch eine häßliche Radaranlage entstellt wird. Hierhin hat sich 1275 der mallorkinische Mystiker Ramon Llull zurückgezogen, um seine erste Einsiedelei zu gründen, als er nach einer Midlife-Krise wieder zu sich fand. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit und besichtigen Sie auch das Llull-Museum. Es lohnt sich, etwas über diesen großen Mallorkiner und Denker zu erfahren.

Sie müssen nun nicht unbedingt auf Ihre eigene Midlife-Krise warten, um ein paar Nächte im Kloster von Nuestra Señora de Cura (540 m hoch gelegen) oberhalb Randas zu verbringen. Während Sie dort vielleicht Ihr Picknick auf der Klosterterrasse von Cura genießen und die Lichter Palmas in der Ferne bewundern, und mit ein bischen Glück auch einen der schönsten Sonnenuntergänge Ihres Lebens, kommen Sie sich vielleicht vor wie in einer anderen Welt.

Die Unterbringung in Cura ist mehr als befriedigend; die Lage ist wirklich sehr romantisch (Telefon 971.120.260). Es gibt noch zwei weitere Klöster bzw. Einsiedeleien auf dem gleichen Randa-Berg, die aber nicht über Unterkunftsmöglichkeiten für Besucher verfügen.

Dreißig Minuten weiter östlich kommen Sie zur Stadt Felanitx. Das Kloster von Felanitx heißt Santuario de Sant Salvador und thront außerhalb der Stadt majestätisch in einer Höhe von 510 m. Die Ursprünge dieses Klosters gehen zurück bis 1348, als hier schon eine Kirche eingeweiht wurde. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde dann die heutige Klosterkirche gebaut und eine Statue der Jungfrau von Sant Salvador wurde über dem Altar platziert. Diese Marienstatue wird schon seit dem Ende des 15. Jahrhunderts von den Einwohnern von Felanitx verehrt.

Die ehemaligen Mönchszellen von Sant Salvador wurden vor Kurzem umfangreich renoviert und sind jetzt viel komfortabler als früher. Erwarten Sie bitte keinen 4-Sterne-Hotel-Luxus, aber Einsamkeit, Seelenfrieden und Ruhe dürfen Sie hier erwarten, ebenso wie fabelhafte Aussichten vom Kloster aus über fast die halbe Insel. Freuen Sie sich schon jetzt über eine köstliche Lammkeule, eine Paella oder über Sopas Mallorquines, die mittags auf der Speisekarte stehen (Telefon 971.827.282).

Von Felanitx nach Petra ist es nur ein kurzer Weg. Das eher verschlafen wirkende Dorf mit den ockerfarbenen Häuser ist fast so, wie es gewesen sein muß, als ein anderer Mallorkiner, Junípero Serra, hier im 18. Jahrhundert aufwuchs. Serras Geburtsort beherbergt nun ein Museum zu seinen Ehren. Die Straße, die zu seinem Geburtshaus führt, ist mit Bildern aus Keramikkacheln geschmückt, die den späteren Missionar Serra zeigen, der hier in Petra aufgewachsen war, um dann später in Übersee die kalifornischen Missionen, wie z. B. San Diego und Los Angeles, zu gründen.

Auf einem Hügel über dem Dorf steht die Ermita de Bonany (317 m), wo Serra seine letzte Predigt vor seiner Reise über den Atlantik hielt. Die Kirche von Bonany wurde von den Dorfbewohnern 1609 gebaut als Dank für die gute Ernte nach einem Bon Any (gutes Jahr), nachdem sie während einer vorhergegangenen Dürreperiode für Regen gebetet hatten. Ein ebenfalls himmlisches Kloster, das Ihnen komfortable Unterkunft bietet, sollten Sie das irgendwann einmal wünschen (Telefon 971.826.568).

Das Kloster von Lluc liegt 550 m hoch in den Tramuntana-Bergen und ist Mallorcas bekanntester Wallfahrtsort. Dieses Kloster ist ein Ort, an dem traditionellerweise viele Hochzeiten geschlossen werden und auch ein populärer Ort für Pilgern, die nicht unbedingt fromm im herkömmlichen Sinn sein müßen. Zweimal täglich singt hier der weltberühmte Blavets Knabenchor; einmal um 11h15 (Sonntags um 11h00) für die Bustouren, die von den Urlaubsorten an der Küste kommen, und das zweite Mal am frühen Abend für diejenigen, die über Nacht bleiben wollen.

Das Kloster-Museum von Lluc ist täglich von 10h00 bis 17h30 geöffnet. Und falls Sie sich hier ein oder zwei Nächte gönnen wollen, gibt es viele der alten Mönchszellen, die seither in zeitgemäße Unterkünfte umgewandelt wurden. Auch einen Besuch der Kloster-Gaststätte dort sollten Sie nicht verpassen. Sie würden es nicht bereuen (Telefon 971.871.525).

In Lluc kann man sich schwerlich einsam fühlen. Die Klosteranlage ähnelt einem kleinen Dorf, mit Souvenirgeschäften, Banken und Restaurants. Man ist in einem modernen Pilgertrakt untergebracht, mit Schlafräumen samt eigenem Bad. In den umliegenden Bergen und Tälern bieten sich zahlreiche Wanderwege für Kurztouren an, die alle gut gekennzeichnet sind. Von den genannten Klöstern können Sie in Lluc nach meiner Meinung das beste Essen genießen.

Zu guter Letzt empfehle ich einen Besuch in der Einsamkeit der Ermita de la Victòria (400 m), in der Nähe von Alcúdia. Diese ehemalige Einsiedelei hat einen besonderen Charm wegen ihrer Lage auf der Halbinsel von La Victòria, wo phantastische Aussichten, eine ausgezeichnete Unterbringung, Seelenfrieden und eine wirklich gute Verpflegung garantiert sind. Die Einsiedelei birgt eine hölzerne Statue aus dem 15. Jahrhundert zu Ehren der Jungfrau Victòria, der Schutzheiligen Alcúdias (Telefon. 971.545.395).

Jede Jahreszeit eignet sich auf Mallorca für einen kurzen Klosteraufenthalt. Ich halte aber Oktober oder Mai klimatisch für besonders angenehm. Dann ist die Insel auch touristisch noch nicht – oder nicht mehr – überlaufen.

Alle angegebenen Klöster sind auch für Ein-Tages-Ausflüge gut geeignet, falls Sie doch für einen Kurzurlaub zu beschäftigt sein sollten. Aber schade wäre das schon.

Genießen Sie einen Besuch in einem der Klöster, so oder so.

 

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Darf ich Ihnen Junípero Serra vorstellen, den Missionar aus Mallorca?

7 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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1769 gab es zwei Päpste, einen in Avignon und einen zweiten in Rom. Avignon gehörte damals noch zum Königreich von Sizilien. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren nicht noch gegründet, und noch nicht einmal angedacht.

 

Die Westküste dessen, was heute die USA sind, war noch nicht von Europäern bewohnt, und war politisch noch nicht von den damaligen Weltmächten in Beschlag genommen worden.

Papst Clemens VI aus Avignon bzw. die Kirche hatten irgendwie Wind davon bekommen, daß eine Eroberung der amerikanischen Nordwestküste durch die Russen geplant sei. Geschwindigkeit und Raffinesse waren jetzt von entscheidender Bedeutung.

Die katholische Kirche, die zu jener Zeit politisch sehr einflußreich war, bat den spanischen Klerus um Hilfe. Spanien war eine große seefahrende Macht, die auf den Meeren erfahrener war als Italien und die sich bereits in den Amerikas auskannte. Und Avignon wurde erst 1791 wieder Frankreich eingegliedert, als der Papstsitz zurückging nach Rom.

Der mallorkinische Mönch Junípero Serra hatte schon 1749 beschloßen, Missionar zu werden. 1750 stach er von Cadiz in Spanien aus in See und kam im gleichen Jahr in Vera Cruz in Mexiko an. Mexiko war damals bereits spanisches Gebiet unter den Fittichen der katholischen Kirche.

Von Vera Cruz ging Junípero Serra mit seinen Mönchen stolze 442 Kilometer zu Fuß nach Mexiko-City. Das klingt für die meisten von uns nach einer ziemlich weiten Strecke, aber wer einmal den Camino de Santiago mit einer Gesamtlänge von 850 km zu Fuß gegangen ist, wie ich das vor kurzem getan habe, der sieht das alles als eher relativ an. Und sich wegen der Dauer einer langen Reise große Gedanken zu machen, war im 18. Jahrhundert nicht das Entscheidende. Es gab damals vermutlich allerdings weniger Herbergen in Mexiko, als das heute entlang des Caminos der Fall ist.

 

Sechs Monate nach seiner Ankunft in Vera Cruz wurde Serra in Jalpan (Mexiko) zum Missionspastor ernannt. Bis 1768 hatte er dann bei der Gründung von fünf christlichen Missionen in Mexiko mitgewirkt.

1768 führte Junípero Serra noch eine Expedition nach Baja California an, einer mexikanischen Halbinsel, wo noch zwei weitere Missionen gegründet wurden.

1769 wurde er, jetzt wegen der Russland-Sache, beauftragt, sich einer Expedition nach Alta California anzuschließen, dem Gebiet, das dem heutigen Kalifornien, USA, entspricht. Dort gründete er die ersten neun von insgesamt 21 kalifornischen Missionen: San Diego de Alcalá, San Carlos Borromeo de Carmelo, San Antonio de Padua, San Gabriel Arcángel, San Luis Obispo de Toloso, San Francisco Solano, San Juan Capistrano, Santa Clara de Asis und San Buena Ventura (heute: Los Angeles). Durch diese Missionsgründungen wurde faktisch der gesamte Landstrich für die katholische Kirche und damit für Spanien reklamiert.

Hier ist eine Landkarte der 21 kalifornischen Missions-Stationen:

 

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Junípero Serra verbrachte insgesamt 34 Jahre in Mexiko und Kalifornien. Er starb 1784 im Alter von 70 Jahren in der Mission von San Carlos Borromeo, wo er auch begraben liegt.

 

1988 wurde er von dem seinerzeitigen Papst selig gesprochen.

 

Die Eroberung Kaliforniens durch Russland wurde letztlich nie erfolgreich in Angriff genommen. Aber ohne Junípero Serra wären die USA heute wohl kaum von der kontinentalen Ausdehnung, wie wir sie heute kennen. Auch die geschichtliche Entwicklung Kaliforniens hätte zweifellos letztlich einen ganz anderen Kurs nehmen können.

Die Rolle Junípero Serras wird in den USA schon lange gewürdigt, wo Junípero Serra eine große Fangemeinde hat und wo ihm auch das Renommee eines Gründungsvaters des Staates Kalifornien anhaftet. Im Parlamentsgebäude von Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens, ist eine Statue in seinen Ehren errichtet. Die größte Junípero-Serra-Vereinigung der Welt ist heute in Santa Barbara (USA) beheimatet.

Der Ort Petra in Mallorca ist der Geburtsort Junípero Serras. In diesem Ort gibt es ein Junípero-Serra-Museum. Ein Besuch lohnt sich für all die, die sich für einen geschichtlich außergewöhnlichen Mallorkiner interessieren. Hundert Meter weiter, auf der gleichen Dorfstraße Petras, kann auch das Geburtshaus Serras besucht werden, wo ich das Foto (oben) aufnahm.

Vor 10 Jahren, im Juli 1997, war William Jefferson Clinton, damaliger Präsident der US of America, zu Besuch in Spanien. Er kam auch nach Mallorca, um den spanischen König Juan Carlos zu treffen, der in Mallorca immer seinen Sommerurlaub verbringt. Clinton hatte den Mallorkinern schon bei einem früheren Besuch sein Versprechung gegeben, bei der nächsten Gelegenheit Petra einen Besuch abzustatten und Junípero Serras Geburtshaus zu besuchen.

Die guten Leute von Petra warten leider heute immer noch auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten. Angeblich war Clinton stattdessen lieber eine Runde Golf spielen gegangen.

 

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Der Jakobsweg in Spanien

5 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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Ich hatte seit langer Zeit vor, irgendwann einmal den Camino nach Santiago de Compostela, in Galizien in Nordspanien zu ‘pilgern’. Seit wirklich langer Zeit. 29 Jahre sind dann in der Tat verstrichen, seit ich zum ersten Mal die Idee hatte, nach Santiago zu wandern, ehe es dann wirklich auch Tatsache wurde. Gut Ding will wohl Weile haben.

Also, nach all diesen langen Jahren war es nun wirklich höchste Zeit, meinen Jakobsweg zu gehen, oder sonst würde es wohl nie mehr etwas werden. Und wir werden ja alle nicht jünger. 

Jedenfalls freut es mich, nun kundzutun, dass ich trotz meines relativ fortgeschrittenen Alters und im Hinblick auf meine total untrainierte physische Verfaßung den Camino nicht nur am 1. April dieses Jahres begann, sondern ihn auch durch die Ankunft an der Haupttreppe zur Kathedrale von Santiago de Compostela nach 34 Tagen und insgesamt 850 km langen Wanderns zum Abschluß bringen konnte. Naja, in der Kathedrale drinnen war ich dann auch, sogar mehrfach.

Mein persönlicher Jakobsweg begann in Larrabetzu (43°15′35″, 0°53′30″) in der baskischen Provinz Bizkaia und ging dann von dort aus über Bilbao durch die nordspanischen Provinzen Kantabrien, Asturien and Galizien. Ich lebe auf Mallorca, und bin von dort nach Bilbao geflogen. Von da aus ging es dann im Bus bis nach Larrabetzu. Eigentlich hatte ich bis nach Gernika fahren wollen, um dort den Jakobsweg zu beginnen, aber der Bus fuhr nicht bis dorthin. Und in Larrabetzu wurde gerade ein Friedensfest gefeiert, als ich dort ankam, und ich nahm das irgendwie als ein der Sache angemessenes Omen für meine Wanderung an, und entschied mich, von diesem Ort aus zu wandern.

Ich folgte dann der folgenden Strecke: Larrabetzu, Lezama, SONDIKA, BILBAO, Muskiz, POBEÑA, Castro Urdiales, Islares, EL PONTARRON DE GUZIERO, Laredo, Santoña, GAMA, Castillo, GÜEMES, Somo, SANTANDER, Santa Cruz de Bezana, Boó de Piélagos, Mar, POLANCO, Santillana del Mar, COBRECES, Comillas, El Tejo, SAN VICENTE DE LA BARQUERA, Muñorrodero, Pesués, Unquera, Bustio, COLOMBRES, Buelna, Pendueles, Andrin, Cue, LLANES, Pancar, Llanes, Poo, Celoriu, Piñeres de Pria, Belmonte, Toriello, RIBADESELLA, SAN ESTEBAN, Berbes, LA ISLA, Colunga, Priesca, SEBRAYU, Villaviciosa, Peón, ARREOS, Gijón, Veriña, Trasona, AVILES, Piedras Blancas, Soto del Barco, Muros del Nalón, PUERTO DE SAN ESTEBAN, Cudillero, SOTO DE LUIÑA, Valdredo, Novellana, Ballota, CADAVEDO, Villademoros, Querúas, Barcia, Almuña, Luarca, ALMUÑA, Luarca, Otur, Villapedre, PIÑERA, Navia, Jarrio, Cartavio, La Caridad, Salave, TAPIA DE CASARIEGO, Santa Gadea, Villamil, RIBADEO, Vilela, Vilamartín, Pequeño, GONDÁN, San Xusto de Cabarcos, Vilanova de Lourenzá, O Grove, MONDOÑEDO, Lousada, Chao de Aldea, Gontán, Abadin, Goiriz, VILALBA, Alba, Ínsua, Saá, SANTIAGO DE BAAMONDE, Santa Leocadia, Seixón, MIRAZ, Roxiba, Mesón, SOBRADO DOS MONXES, Corredoiras, Boimorto, O Castro, ARZÚA, Salceda, Santa Isabel, A Rúa, Pedrouzo, Amenal, San Paio, Labacallo, Villamaior, MONTE DO GOZO, SANTIAGO DE COMPOSTELA (in den Ortsnamen in Großbuchstaben habe ich jeweils übernachtet).

 

Das Foto (oben) habe ich am 1. April zwischen Larrabetzu und Bilbao aufgenommen. Es soll sozusagen als Beleg für meinen Jakobsweg gelten.

‘Ondo ibili’. So sagen die Basken für ‘Gute Reise’. Die Spanier sagen ‘Buen camino’.

 

Mehr über meinen Camino in Kürze auf diesem Blog.

 

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Salvador Dalí: Künstler, Genie oder Betrüger?

3 Oktober 2007 · 1 Kommentar

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Salvador Domingo Felipe Jacinto Dalí i Domènech war ein wichtiger spanischer Künstler, der vor allem für seine surrealistischen Bilder bekannt ist.

Dalí wurde 1904 in Figueres in Katalonien geboren, wo er sich von jungen Jahren an in Kunst unterrichten ließ. Er hatte seine erste öffentliche Ausstellung bereits im Alter von nur 15 Jahren. Das ist deshalb so beachtlich, weil wir von 1919 sprechen, dem Jahr unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Mit 18 zog Dalí nach Madrid um, der Hauptstadt Spaniens, wo er Kunst an der Kunsthochschule studierte. All das war noch lange vor der Zeit Francos, dem späteren Diktator Spaniens. Bereits damals zog Dalí alle Blicke auf sich und sein Erscheinungsbild, vor allem wegen seiner langen Haare, seiner Koteletten, seines eigenartigen Gehrocks und seiner Bundhosen. Der gezwirbelte Schnurrbart kam dann später dazu.

In Madrid experimentierte er bereits sowohl mit Kubismus zu einer Zeit, als es in Spanien noch keine Kubisten gab, als auch mit Dadaismus, einer Kunstbewegung, die ihn Zeit seines Lebens beschäftigen sollte. Er freundete sich mit dem spanischen Dichter Federico García Lorca und auch mit dem Filmregisseur Luis Buñuel an. Mit Letzterem hatte er später eine Zusammenarbeit an dessen Film ‘Un chien Andalou’.

1926 wurde Dalí kurz vor seinem Abschluß von der Kunsthochschule in Madrid ausgeschloßen. Er hatte sich das Urteil angemaßt, daß keiner seiner Professoren die Qualifikation hätte, seine Arbeiten sachgemäß zu bewerten. Im Nachhinein ist man geneigt, ihm zuzugestehen, daß er vielleicht Recht hatte.

1926 reiste Dalí zum ersten Mal nach Paris, wo er Pablo Picasso traf, den er in jungen Jahren verehrte, allerdings später dann aber nicht mehr. 1929 traf Dalí seine Muse, Gala, eine Immigrantin aus dem vorrevoluzionären Russland, die elf Jahre älter war als er und die er später dann heiratete. Die Ehe wurde 1934 geschlossen.

Nachdem Francisco Franco 1936 an die Macht gekommen war, sah Dalí sich erheblicher Kritik ausgesetzt wegen der politischen Konfrontation in Spanien. Eine der Auswirkungen war, daß er von der Vereinigung der spanischen Surrealisten geächtet und ausgeschloßen wurde, wozu er nur sagte: ‘Surrealismus, das bin doch ich’.

 

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europe zogen Dalí und Gala 1940 in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo sie acht Jahre lang blieben. Dalís Werke in dieser Phase zeichneten sich durch ausgezeichnete malerische Fertigkeiten und durch surreale, traumbildliche Szenen aus. Ohne Zweifel verdient Dalís Œuvre, vor allem in den frühen Jahren, Respekt und Anerkennung. Diese Phase darf als Dalís wichtigste Zeit seiner Karriere gelten.

Es scheint, als hätte Dalí nach seiner Rückkehr nach Europa und in das Spanien Francos seine besondere künstlerische Begabung verloren hätte. Dalí wurde wegen seiner Rückkehr politisch angefeindet und erheblich kritisiert. Statt als der große Künstler gefeiert zu werden, der er in den früheren Jahren sicher gewesen war, galt er nun als kontrovers und fragwürdig. Dalí begann daraufhin eine Periode, die man als seine ‘theatralische’ Phase bezeichnet, und die als eine seiner unkonventionellsten Schaffensphasen gilt. Er begann 1960, sein eigenes Museum zu kreieren, das Teatro-Museo Dalí in seiner Heimatstadt Figueres, unweit von Girona. Falls Sie einmal dort gewesen sein sollten, stimmen Sie mir möglicherweise zu, daß einige der Ideen und Visionen, und einige der Arrangements und Inszenierungen dort einen genialen Zug um sich haben. Die Öffnungszeiten sind dort gegenwärtig von 9h30 bis 18h00; ab November und wöhrend der Wintersaison ist von 10h30 bis 18h00 geöffnet. Der Eintritt kostet 10 €, und das ist das Erlebnis sicher Wert.

 

Es gibt Anschuldigungen gegen einige seiner engsten Mitarbeiter, die Dalí angeblich in seinen letzten Jahren genötigt haben sollen, unbedrucktes Büttenpapier zu signieren, um diese Bögen dann nach seinem Ableben zu bedrucken und sie posthum als Originale zu verkaufen. Andere kritische Stimmen wiederum behaupten, daß Dalí in seinen letzten Jahren durchaus bei hellem Sinn gewesen war und zu Nichts genötigt oder gezwungen werden mußte, sondern im Gegenteil selbst aktiver Beteiligter eines betrügerischen Komplottes gewesen sein soll. Diese Gruppe von Leuten ist überzeugt, daß Dalí selbst am Ende ein geldgieriger Betrüger geworden ist.

Ich biete nun meine Meinung an:

 

Ich empfehle auf jeden Fall eine Besuch im Dalí Museum in Figueres (Teatro-Museo Dalí). Ich würde auch einen Besuch im Púbol Schloß empfehlen, das er für seine Frau Gala gekauft hat und wo sie begraben liegt (Casa-Museo Castillo Gala Dalí de Púbol), und auch einen Besuch im Museum in Cadaqués (Casa-Museo Salvador Dalí), das im Sommer von Dalís Eltern eingerichtet ist. Die Öffnungszeiten in Púbol sind von 10h00 bis 18h00; ab November bis zum Ende des Jahres von 10h00 bis 17h00. Eintritt ist 6 €. Die Öffnungszeiten in Cadaqués sind von 10h30 bis 18h00 ab jetzt bis Anfang Januar. Eintritt ist 10 €. Um das Museum in Cadaqués zu besuchen, müßen Sie telefonisch einen Besuch reservieren: (+34)972.252.015. Alle drei Orte sind nahe beieinander gelegen und sind mit dem Auto ca. eine Stunde von Barcelona entfernt.

Sollten Sie die Gelegenheit haben, eine besondere Dalí Museumsausstellung zu sehen mit seinen früheren Arbeiten, vor allem aus der surrealisten Periode, dann lassen Sie sich das besser nicht entgehen. Falls Sie mal in London weilen sollten, besuchen Sie das Tate Modern, wo Sie ein paar sehr gute Dalís sehen können. In New York hängen einige exzellente, frühe Dalís im Museum of Modern Art. In Spanien sehen Sie einige frühe Dalís im MNCARS Reina Sofía in Madrid. In Mallorca, wo ich lebe, gibt es eine schöne Arbeit in Öl in der Fundación Juan March (Museu d’Art Espanyol Contemporani), 1946 gemalt, als die Welt für Dalí noch in Ordnung war. Für andere Orte  recherchieren Sie am Besten im Internet.

 

Im L. A. County Museum of Art in Los Angeles, Kalifornien, USA, gibt es in Kürze eine Ausstellung unter dem Titel Dalí: Painting & Film, und zwar ab Mitte Oktober bis Anfang Januar 2008. Da Dalí immer wieder an Filmprojekten mitgewirkt hat, angefangen von Luis Buñuel über Alfred Hitchcock bis hin zu Walt Disney, dürfte das sicher eine sehr interessante Ausstellung werden.

 

Vermeiden Sie Dalís spätere Arbeiten, nach 1955, und vor allem Papierarbeiten (Lithographien, Siebdrucke, Radierungen, Gouachen). Originalgouachen oder Papierzeichnungen sind allesamt im Besitz von Museen und sonstigen öffentlichen Händen, und der verbleibende Rest dürfte von weniger Bedeutung oder gar unwichtig sein, oder im Zweifelsfalle sogar gefälscht. Seien Sie vor allem auf der Hut vor besonderen Gelegenheiten, Dachbodenfunden, Internet-Versteigerungen oder sonstigen besonderen Schnäppchen.  

Ersparen Sie sich eine herbe Enttäuschung.

 

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Ein paar Worte über Spanien

1 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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Spanien ist ein wunderschönes Land.

Vor kurzem bin ich entlang des Caminos de Santiago gepilgert und habe dabei Hunderte von Kilometern der Landschaften Nordspaniens bewandert und bewundert, hauptsächlich in Kantabrien, Asturien und Galizien. Und im Baskenland. Mehr darüber in Kürze auf diesem Blog.

Die atlantische Küste im Norden Spaniens und auch die Westküste sind ganz anders als die Landschaften des Mittelmeers, wo ich normalerweise lebe (auf Mallorca). Die atlantische Seite von Spanien erlebt sich, nach meiner Meinung, wie ein ganz anderes Land. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß man im Norden Spaniens eine andere Sprache spricht, zumindest in einigen Gebieten. Zumindest habe ich das manchmal so erlebt.

Auch die Essgewohnheiten in Nordspanien sind ganz anders. Hier gibt es keine Sobrassada wie auf Mallorca, kein Frito, keine Butifarron. Auch keine Ensaïmada. Spanferkel gibt es hie und da, und natürlich auch die überall gegenwärtige Paella. Zum Glück kann man auch den guten spanischen Vino Tinto überall für 60 Cent für eine Copa bekommen, und manchmal sogar schon für 40 Cent.

Was man entlang des Caminos wirklich findet, oder – nach meiner Meinung – auf jedem Weg und bei jeder Reise, ist die erstaunliche Schönheit und die Verschiedenartigkeit dieses riesengroßen Landes. Dies ist ein Land, das ganz anders ist, als das Bild, das man sich von Spanien normalerweise macht.

Man stellt sich Spanien normalerweise als heißes, stellenweise fast tropisch heißes Land vor. Im Norden Spaniens, an der atlantischen Küste, trifft man aber das genaue Gegenteil: viel Regen, auch Schnee, fast wie in Süddeutschland, das viel weiter nördlich gelegen ist, und ein wohltuendes Grün, wohin man schaut. Oder im Süden Spaniens, in Andalusien: Schnee auf den Bergen der Sierra Nevada, fast das ganze Jahr über.

In den Picos de Europa in Kantabrien und Asturien kann man sich gelegentlich vorkommen wie in den Bergen Norwegens, oder in den Alpen, anstatt mitten in Spanien.

Die Andersartigkeit der Bevölkerung traf mich ganz unerwartet, genauso wie die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Landschaften Spaniens.

 

Der Unterschied zwischen Madrileños und den Katalalanen Barcelonas ist einem ja fast schon geläufig. Die Hauptstadt der spanischen Nation mit ihrer eleganten und geschäftsmäßigen Haltung im Vergleich zur ansteckenden Kreativität in Barcelona kennt man ja schon, aber Orte in der Extramadura, in Kantabrien, Galizien oder im Baskenland, Städte wie Santander oder Bilbao, sind wieder ganz anders, und man versteht schnell, daß es Unterschiede in der Bevölkerung gibt, die hier vor unterschiedlichen Hintergründen, verschiedenen geschichtlichen Gegebenheiten und ganz anderen sozialen Eigenschaften leben.

Aus der Nähe betrachtet ist es manchmal einfacher, zu verstehen, weshalb in einigen Gebieten von Spaniens andere Sprachen gesprochen werden als Spanisch. Eigenständige Sprachen, wie etwa das Baskisch, nicht etwa Dialekte.

Die herzliche Freundlichkeit der Leute in den nordspanischen Gebieten, mit denen ich direkten Kontakt hatte, war zum Teil überwältigend. Vielleicht lag es auch daran, daß ich als Pilger unterwegs war.

Spanien ist immer noch ein eher konservatives Land, in dem in der Regel die Bindung zur erweiterten Familie noch nicht verloren ist und wo auch andere soziale Werte noch an der richtigen Stelle zu sein scheinen, die in anderen europäischen Nationen vielleicht schon vor 20 oder 30 Jahren verloren gegangen sind. In Spanien ist die Großfamilie noch Tradition. Mahlzeiten werden, zumindest am Wochenende, noch mit den Eltern und Großeltern, mit Onkel und Tanten und vielen Verwandten, in großer Runde eingenommen.

So kommt als mir auch als nicht überraschend vor, wenn es oft scheint, daß mein Mallorca manchmal so wenig gemein zu haben scheint mit dem Rest Spaniens.

Nach außen scheint Spanien vereint und, dank der eisernen Hand des Caudillo Franco, vereinigt, aber unter der Oberfläche gibt es erhebliche Unterschiede und Eigenarten, die mir möglicherweise als größer scheinen als etwa in Frankreich oder Großbritannien, oder auch Deutschland. Es könnte sein, daß die Integration Spaniens innerhalb des europäischen Anschlußes mehr zur spanischen Einheit und zur nationalen Befriedigung getan hat, als die Strenge und manchmal Brutalität, die das Land vierzig Jahre lang unter der Diktatur Francos erlitten hat; eine Geschichte, die jetzt seit über 30 Jahren glücklicherweise zur Vergangenheit zählt.

Sollten Sie die Gelegenheit haben, das spanische Festland zu bereisen, dann sollten Sie das tun. Spanien ist eine Reise wert, glauben Sie mir.

 

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