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Quarente Quatre

3 Dezember 2007 · Kommentar schreiben

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Die Orangenzeit hat begonnen.

Zitrusfrüchte werden im Winter reif, rechtzeitig vor Weihnachten.

Ich könnte jetzt etwas zum Besten geben über die Kunst des Gartenbaus oder über andere botanische Erkenntnisse. Stattdessen habe ich beschloßen, Ihnen ein Rezept zur Herstellung eines Orangenlikörs zu kredenzen.

Zugegebenermaßen ist das kein spanisches Rezept, wie es auf diesem Spanien-Blog eigentlich angebracht wäre, sondern es kommt aus Frankreich. Aber erstens ist das nicht allzuweit von hier, zumindest der Süden Frankreichs rund um das Mittelmeer, und zweitens will ich versuchen, die Zutaten dieses Rezeptes Spanien oder Mallorca anzupassen, wo immer das nur geht.

Nehmen Sie drei oder vier mallorkinische Orangen, die jetzt in voller Reife sind. Am besten wären Orangen aus dem Tal von Soller, aber andere mallorkinische (oder auch spanische) Orangen tun es auch. Sie sollten nur saftig und frisch sein. Das Fruchtfleisch muß fest sein, und sie dürfen nicht gespritzt sein. Machen Sie einige tiefe Einschnitte, vielleicht ein Dutzend, durch die Schale bis in das Fruchtfleisch hinein. Stecken Sie jeweils eine geröstete Kaffeebohne in jeden Einschnitt, etwa so, wie man Knoblauchzehen in eine Lammkeule stecken würde.

Legen Sie die behandelten Orangen in ein großes Glasgefäß mit einem guten Verschluß (ein Einmachglas wäre gut, am besten ein großes für 1 Liter). Kaufen Sie ein Paket Zuckerstücke. Packen Sie 88 Zuckerstücke auf die Orangen (das Rezept heißt “Quarente Quatre” [44] und man nimmt in Frankreich nur 44 Zuckerstücke, aber dort ist der Zucker größer als bei uns, und deshalb verdoppeln wir die Menge).

Kaufen Sie eine Flasche Tresterbrand, Marc, Grappa, oder Eau de Vivre von guter Qualität. Weil wir aber in Spanien leben, empfehle ich lieber den spanischen Orujo, der ebenso aus Traubentrester gewonnen wird, einem Abfallprodukt aus der Weinherstellung.

Gießen Sie den Orujo über die Orangen und den Zucker. Verschließen Sie das Einmachglas. Verwahren Sie das Gefäß an einem dunklen und trocknen, nicht zu warmen Platz in Ihrer Wohnung. Warten Sie 44 Tage. Sieben Sie die Likörflüssigkeit in eine Glasflasche, am Besten in eine, die einen gläsernen Propfen hat.

Ihr Cointreau-ähnliches Getränk wird leider nicht fertig sein, um nach dem diesjährigen Weihnachtsbraten schon einmal verkostet zu werden, aber das wird die Freude an Ihren Braukünsten kaum schmälern, denke ich. Mir hat die Herstellung meines ersten “Quarente Quatre” jedenfalls viel Spaß gemacht.

Wenn dann bis zum nächsten Herbst noch etwas übrig sein sollte von dem Orangen-Kaffee-Orujo, dann sollten Sie Ihren Likör einmal über frischen Feigen probieren. Ich werde Sie aber noch rechtzeitig daran erinnern. Prost jedenfalls.

Trinken Sie mäßig. Bleiben Sie verantwortungsvoll. Und fahren Sie nicht, wenn Sie etwas getrunken haben.

 

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Eine Reise von Sa Mola nach La Mola

27 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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Die Kunst des Reisens ist eine wunderbare Beschäftigung, die sich leider in unserer von Unrast geprägten Zeit immer mehr verliert. Früher war Langsamkeit noch eine Tugend, und Reisen war eine Sache des Unterwegs-Seins, während es heute meistens eine Sache des Abfliegens und des schnellen Ankommens geworden ist. Das Dazwischen des Reisens, die Reisestrecke, ist irgendwie abhanden gekommen.

Hier auf den Balearischen Inseln gibt es einen Reisenden namens Carlos Garrido, für den die Sache des Reisens noch eine Frage des Genußes ist. Er ist ein Schriftsteller und Journalist, der unter dem Titel ‘De Mola a Mola’ einen Reisebericht veröffentlicht hat, in dem er uns von einer ungewöhnlichen Reise berichtet, die er vor wenigen Jahren unternommen hat.

Carlos Garridos Reise führte ihn über alle vier der großen Balearischen Inseln, von der östlichsten Spitze Formenteras, einem Leuchtturm namens Sa Mola, über Ibiza quer durch die Insel Mallorca, bis zu dem östlichsten Punkt Menorcas, der ebenfalls La Mola genannt wird. 

Dies ist ein Buch, das ich allen Liebhabern des Balearischen Archipels empfehlen möchte, zumindest denen, die des Spanischen mächtig sind. Falls Sie auch noch das Reisen im hergebrachten Sinn lieben und eine Neigung haben, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen, dann ist dies sicher eine stimulierende Lektüre für Sie.

Carlos Garrido begann seine Reise vom Leuchtturm Sa Mola aus, am äußersten östlichen Ende von Formentera, der kleinsten der Balearischen Inseln. Vom Leuchtturm aus können Sie dort einen der schönsten Sonnenaufgänge der Balearen erleben. Pilar de la Mola im Südosten der Insel ist der höchstgelegene Punkt Formenteras und ist für seinen Hippiemarkt bekannt.

Formentera ist die kleinere der beiden bewohnten Inseln, die zur Gruppe der Pityusen zählen. Die Insel liegt etwa 20 km südlich von Ibiza. Formentera ist nicht ganz 20 km lang und wird von etwas mehr als 8.000 Einwohnern bewohnt. Die Insel ist kaum 82 qkm groß, ist von den vier Balearischen Inseln sicher das am wenigsten hektische Eiland und steht fast ein bischen im Schatten ihrer größeren Schwesterinsel Ibiza.

Carlos Garrido trat seine Reise in einem Fiat Panda an. Von Sa Mola fuhr er über Es Caló und San Francesc de Formentera, die Inselhauptstadt, nach Sa Savina, dem einzigen Passagierhafen Formenteras. Von Sa Savina aus nahm er die Fähre und gelangte so nach Ibiza-Stadt auf der Insel Ibiza, von den Einheimischen auch Eivissa genannt. Die Schnellfähre braucht nur 25 Minuten für die Strecke nach Ibiza, nimmt aber keine Autos mit. Die Autofähre ist 60 Minuten lang unterwegs.

Von Ibiza-Stadt ging die Reise weiter über Sant Josep de sa Talaia nach Sant Antoni de Portmany an der Nordwestküste Ibizas. Falls Sie nicht unbedingt Carlos Garridos Reise nachfahren wollen, schlage ich vor, stattdessen nach Santa Eulàlia del Riu und weiter im Norden nach Portinatx zu fahren, wie ich das gemacht habe. Sant Antoni de Portmany ist reichlich touristisch und sehr kommerziell und hat auch nicht mehr das Ursprüngliche, das es vor 30 Jahren noch hatte. Portinatx hingegen ist noch nicht allzu verbaut und verfügt in der näheren Umgebung über die schönsten Buchten der Insel.

Carlos Garrido fuhr von Sant Antoni de Portmany nach Santa Eulàlia del Riu, und fuhr von dort zurück nach Ibiza-Stadt und Dalt Vila, ehe er dann erneut eine Fähre nahm, jetzt aber ohne Auto, um nach Palma de Mallorca zu reisen. Die Schnellfähre benötigt etwa 130 Minuten für die Strecke von Ibiza nach Palma.

Über Palma und über die Insel Mallorca muß ich Ihnen wahrscheinlich nicht allzuviel erzählen, nur soviel sei gesagt: Carlos Garrido nahm den Zug von Palma über Inca nach Sa Pobla. Falls Sie Sa Pobla noch nicht kennen, wäre das auf jeden Fall einen Ausflug wert, weil man dort ein ganz anderes Mallorca kennenlernen kann, als das gemeinhin bekannte, ein Mallorca fast ganz ohne Touristen.

 

Auch hier müssen Sie nicht unbedingt auf den Spuren Carlos Garridos wandeln. Sie können sich die Insel am Besten von einer Seite zeigen lassen, die Sie noch nicht kennen. Vielleicht machen Sie einen Abstecher nach Algaida, Petra oder Sineu. Eine relativ neue Radfahr-Route ist sehr gut beschildert und führt über wenig befahrene Nebenstraßen durch das Inselinnere, das sogenannte Pla. Das Inselinnere ist kaum von Bergen bestückt, so daß eine Radtour nicht allzu anstrengend sein dürfte.

Auf jeden möchte ich Ihnen eine Strecke mit der Bahn an’s Herz legen. Sie können, wie der Autor des Buches, über Inca nach Sa Pobla fahren, Sie können aber auch von Palma über Inca nach Manacor fahren. Diese Strecke war zur Zeit der Garrido-Reise noch nicht eingeweiht, ist es nun aber, und ich halte diese Strecke für eine absolute landschaftliche Wohltat.

Carlos Garrido bestieg in Sa Pobla den Bus nach Alcúdia, von wo aus er das Marschland von Albufera und die Playas de Muro besuchte. Albufera ist ein Vogelbrutgebiet, das unbedingt einen Ausflug wert ist. Von Albufera aus ist Garrido nach Port d’Alcúdia gewandert. Ich selbst habe dies noch nicht getan, kann mir aber vorstellen, daß das eine schöne Strecke ist. In Port d’Alcúdia bestieg Garrido die Fähre nach Ciutadella, der früheren Hauptstadt Menorcas. Die Überfahrt mit der Schnellfähre dauert heute kaum 95 Minuten.

 

Von Ciutadella aus nahm er den Bus nach Maó, oder Mahon, wie wir es noch nennen, über Es Mercadal und Alaior. Maó ist die jetzige Hauptstadt Menorcas, die sich durch einen kilometertiefen, schmalen Hafen auszeichnet. Von Alaior aus empfehle ich einen Abstecher nördlich nach Fornells, wo Sie sich einen ausgezeichneten Fisch servieren lassen sollten.

Von Maó aus ging Garridos Reise weiter über Sant Lluís nach Es Castell, ehe er sich auf den Weg nach dem anderen La Mola machte, wahrscheinlich, um dort den Sonnenaufgang mit dem von Formentera zu vergleichen. Auf jeden Fall beendete er hier seine schöne und besondere Balearen-Reise. Hier endet auch sein Reisebericht, der mich zumindest angeregt hat, seine Reise einmal, in etwa wenigstens, nachzuahmen. 

 

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Das 86-seitige Buch von Carlos Garrido wurde herausgegeben von Edicions La Foradada, Palma (2003).

 

Kategorien: Balearische Inseln · Mallorca · Mittelmeer · Reisen · Spanien

Miquel Barceló’s Kapelle in der Kathedrale von Palma

18 Oktober 2007 · 1 Kommentar

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Die Kathedrale in Palma de Mallorca, vor Ort als La Seu bekannt, ist ein imposantes Beispiel gothischer Architektur. Die meisten Kathedralen sind schöne Beispiele guter Architektur, aber die Kathedrale in Palma besticht durch ihre einzigartige Lage direkt an der Uferpromenade Palmas in einer leicht erhöhten Position.

La Seu wurde ursprünglich über einer arabischen Moschee errichtet. Nach der Reconquista der Insel aus den Händen der Mauren wurde der Bau 1230 im Auftrag von König Jaume II. begonnen, aber erst 1601 fertiggestellt.

Ein Besuch der Kathedrale ist aus mehreren Gründen lohnenswert. Zum einen finden sich hier im Innenausbau zahlreiche Beispiele des genialen katalanischen Künstlers und Architekten Antoní Gaudi, der für seine Sagrada Familia in Barcelona bekannt ist. Gaudí arbeitete fast 10 Jahre auch in der Kathedrale Palmas. Er sorgte für die elektrische Beleuchtung im Kirchenschiff, er schuf den Altarbereich mit seinem schönen Baldachin, und er kreierte viele andere Details, die einen Besuch der Kathedrale Palmas zu einem Erlebnis machen.

Wenn Sie die Kathedrale nicht schon vor Kurzem besucht haben, dann sollten Sie das bald einmal tun. Denn es gibt neuerdings noch einen weiteren wichtigen Grund, die Kathedrale in Palma zu besuchen.

Im Frühjahr dieses Jahres weihte das spanische Königspaar, Juan Carlos I. und Reina Sofía, eine Kreation des mallorkinischen Künstlers aus Felanitx, Miquel Barceló, in der Kathedrale ein: die Sankt-Peter-Kapelle. Barceló hat für diese Kapelle in einer über fünf Jahre dauernden Arbeit ein außerordentliches Kunstwerk geschaffen, das komplett aus keramischem Ton hergestellt und das über 300 m2 groß ist. Die Darstellung basiert lose auf der biblischen Geschichte des Wunders der 5 Brotlaibe und der 5 Fische: der Speisung der Zehntausend. Auch die fünf hohen Glasfenster dieser Kapelle wurden vom Künstler gestaltet. Sie vermitteln uns das Gefühl, unter dem Meeresspiegel nach oben, zum Licht zu blicken.

Vielleicht sind Sie nicht gerade eine kirchgehenden Person. Trotzdem gibt es keinen Zweifel, daß Miquel Barcelós Kreation im Rahmen der zeitgenössischen Kunst des 21. Jahrhunderts absolut passend ist für die Ausgestaltung einer Kirchenapsis. Man muß Barceló konzidieren, daß er mit Behutsamkeit und viel Respekt für die Historie der Kathedrale einen würdigen Raum der Andacht geschaffen hat.

Eine beachtliche künstlerische Leistung.

Es gibt ein schön gemachtes Buch über Barcelós Werk in der Kathedrale von Palma, das in einer katalanischen als auch in einer spanischen Version herausgegeben wurde, mit Übersetzungen jeweils auch in englisch, französisch und deutsch. Es ist seinen Preis von € 35 sicher Wert.

Mallorcas Bourgeoisie ist sehr Stolz auf diesen Künstler, hat aber nicht viel Ahnung von zeitgenössischer Kunst. Ich hingegen halte nicht allzuviel von Barcelós Talent als Maler. Ich halte ihn für eklatant überbewertet, was seine großformatigen Leinwände angeht, die seinen Ruhm begründet haben. Ich habe aber schon immer seine Papierarbeiten, insbesondere seine Aquarelle, geschätzt, und ich bewundere auch seine dreidimensionalen Keramikarbeiten, von denen er etliche vor einigen Jahren im Louvre-Museum in Paris ausgestellt hat.

Die Inszenierung Barcelós in der Kathedrale von Palma verdient jedoch meine uneingeschränkte Anerkennung.

 

Sehen Sie sich die Kapelle bei nächster Gelegenheit einmal an und bilden Sie sich selbst ein Urteil.

 

Kategorien: Kunst & Künstler · Mallorca · Mittelmeer · Spanien

Spaniens ‘Santos’ und ihr Einfluß im Alltag

15 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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Spanien ist ein Land, in dem die Religion traditionellerweise schon immer eine wichtige Rolle im täglichen Leben gespielt hat, und das auch heute noch tut. Weit mehr etwa als in nordeuropäischen Ländern, viel mehr. Die Religion in Spanien war seit den Tagen der Inquisition ausschließlich Römisch-Katholisch, und dies insbesondere seit der Zeit des Ignatius von Loyola (um 1540). Das ist, grob gesagt, schon 500 Jahre her.

 

Ein wesentlicher Unterschied zu dem Leben, wie wir Nicht-Katholiken es kennen, ist der Namens-Heilige oder der Schutzpatron.

Jedes spanische Kind wird nach der Geburt auf einen Namen getauft, der in den allermeisten Fällen durch die Familientradition vorgegeben wird. Diese Tradition besagt, daß dem ältesten Sohn der Name des väterlichen Großvaters gegeben wird, und der ältesten Tochter der Name der mütterlichen Großmutter. Der zweitälteste Sohn erhält den Names des mütterlichen Großvaters, und die zweitälteste Tochter den Name der väterlichen Großmutter. Und so weiter.

 

Daraus ergibt sich dann zwangläufig die Folge, daß man von einer Vielzahl von Miguels, Jaimes, Pedros, Antonios, Tomeus und Juans umgeben ist. Und von jeder Menge von Marías, Catalinas, Joannas, Antonias, Barbaras, Claras und Magdalenas. Ein paar Dutzend Namen wiederholen sich immer wieder.

All diese Namen gehen natürlich auf die katholischen Heiligen, die Santos, zurück. Im Jahreskalender wurde jedem Tag mindestens ein Heiliger zugeordnet, und das Kind, das den Namen dieses oder dieser Heiligen trägt, feiert den Namenstag dieses Santos mit der gleichen Inbrunst, wie es den eigenen Geburtstag feiern würde. Weil man in Spanien aber mehr Geschenke zum Namenstag bekommt als am Geburtstag, kann man sich schnell ausmalen, welcher Tag dem Kind nun wichtiger scheint.

 

Zum Beispiel wird heute der Tag der heiligen Santa Teresa de Jesús begangen. Gestern war es Sankt Calixt, und morgen wird es Santa Eduvigis sein. Herzlichen Glückwunsch.

Wenn man sich etwas genauer umsieht in Spanien, wird man feststellen, daß man kaum einmal auf eine Rebecca trifft oder einen Ruben. Es kommt schon einmal vor, aber wenn, dann nur äußerst selten. Viel häufiger trifft man auf einen Vicente oder einen Gregorio. Oder eine Teresa oder eine Apolónia.

Natürlich sind auch die Kirchen hier meistens nach einem der vielen Heiligen benannt. Die Basilika des San Francisco, zum Beispiel, oder das Oratorium des Sant Blai. Oder die Pfarrkirche von San Nicolas.

Es sieht fast so aus, als wären mehr Kirchen nach Santos als nach Santas benannt, aber das wäre vielleicht einmal ein anderer Blog-Eintrag, später mal, falls ich die Zeit dafür finde.

 

Jedenfalls spielt der jeweilige eigene Schutzpatron eine sehr wichtige Rolle in Ihrem ganzen Leben, wenn Sie denn nun in Spanien leben oder geboren sind, oder wenigstens in einem katholischen Land. Sie feiern den Namenstag Ihres Santos bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Außerdem wohnen Sie in einer Kirchengemeinde, die wiederum ihren Schutzpatron hat, und Sie leben in einem Pueblo, das auch wieder einen Heiligen als Patron hat.

Santanyí, zum Beispiel, hat San Jaume als seinen Heiligen. Felanitx, wo ich lebe, hat San Augustín. Und Palma de Mallorca hat San Sebastian. Jedesmal ein Feiertag. Das mag den Meisten von uns vielleicht etwas verwirrend scheinen, aber es ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags für die Leute in Spanien, auch für Ihren unmittelbaren Nachbarn hier im Ort, es sei denn, der sei Schwede, Deutscher oder Holländer. Oder Marrokaner, was ja auch sein könnte.

Derjenige aber in Spanien, der Erstgeborener ist in einem Dorf, dessen Schutzpatron z. B. San Pedro ist, dessen väterlicher Großvater Pedro hieß und der zum Gottesdienst in seine Pfarrkirche geht, die auch nach Sankt Peter benannt ist, hat einfach Pech gehabt. Er wird leider nur einmal im Jahr seinen Namenstag feiern können. Wenigstens bleibt ihm dann noch sein Geburtstag.

 

An dieser Stelle möchte ich auch unsere muslimischen Nachbarn zur Vollendung ihrer Fastenzeit beglückwünschen, und zu den Eid al-Fitr Festlichkeiten, mit denen das Ende von Ramadan gefeiert wird.

 

Kategorien: Heilige · Mallorca · Religionen · Spanien

Ein Loblieb auf Salz: Flor de Sal

11 Oktober 2007 · 1 Kommentar

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Salz bringt die Geschmacksnuancen in unseren Nahrungsmitteln besser hervor als alles Andere.

Wir benutzen Salz tagtäglich, manchmal sogar, ohne uns dessen bewußt zu sein. Ohne Salz könnten Lebewesen nicht überleben, und das gilt auch für uns Menschen. Zuviel Salz kann gefährlich sein und kann Krankheiten hervorrufen, und zuwenig Salz kann Dehydrierung nach sich ziehen.

Wenn wir also Salz wirklich brauchen, ist es dann nicht ganz egal, welches Salz das ist? Ist Salz nicht einfach nur … Salz?

Die Antwort darauf ist ganz einfach. Natürlich gibt es da einen wichtigen Unterschied. 90 % unseres Salzes heutzutage ist raffiniert, wie auch weißer Zucker. Der Vorgang des Raffinierens zerstört aber alles Gute im Salz, genauso wie auch im Zucker. Natürlich belassenes Salz besteht aus 84 verschiedenen Mineralien und Spurenelementen, die alle im natürlichen Zustand auch im menschlichen Körper vorkommen. Einer Erhebung der Europäischen Union zufolge gehen 82 dieser 84 Elemente und Mineralien aber verloren, wenn Salz zu Tafelsalz verarbeitet wird. Das übliche Tafelsalz besteht zu fast 100 % aus Natriumchlorid (Kochsalz). Natriumchlorid ist aus medizinischer Sicht aber reinstes Gift für unsere Körperzellen und ist deshalb für unseren Körper höchst ungesund.

Zwei junge Damen deutscher Herkunft namens Katja Wöhr und Sabine Kersten haben nun vor einigen wenigen Jahren damit begonnen, die Königin aller Salze, das Flor de Sal, in Mallorca zu gewinnen, und zwar in der Nähe des Naturschutzgebietes von Es Trenc.

Flor de Sal ist eine uralte Methode der Salzgewinnung, die ursprünglich an der französischen Atlantikküste zuhause war und dort als Fleur du Sel bekannt ist. Bei dieser aufwendigen Methode werden nur die wertvollen Blütenkristalle der obersten Schicht der Salze in den Salinen geerntet. Bei der Ernte ist die Farbe dieser Salzkristalle leicht rosa, wird aber weißer, sobald die Salzblüten natürlich an der Sonne trocknen. Dieses Salz wird in 100%iger Reinheit nur im Frühjahr gewonnen und ist immer von der aktuellen Wetterlage abhängig. Es gelangt pur an Ihren Gaumen, ohne in irgendeiner Weise maschinell oder chemisch behandelt worden zu sein. Höchstmögliche Qualität ist stets oberstes Gesetz für die beiden jungen Frauen.

Flor de Sal ist das Reinste aller Salze. Führende Chefköche auf den Balearischen Inseln empfehlen Flor de Sal d’Es Trenc rundherum, wie zum Beispiel der Gewinner eines Michelin-Sterns, Marc Fosh vom Read’s Hotel in Santa Maria.

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Falls Sie wie ich in der glücklichen Lage sind, auf Mallorca zu leben, können Sie Flor de Sal d’Es Trenc auf vielen Wochenmärkten oder auch in vielen Feinkostgeschäften kaufen. Dieses mallorkinische Flor de Sal gibt es in vier verschiedenen Geschmacksnoten: naturbelassen, mit Extrakten von schwarzen Oliven, in einer mediterranen Kräuternote oder mit Hibiskusblüten. Der unverbindliche Verkaufspreis beträgt um die 6,90 €/250g für die Natural-Variante, und je 7,50 €/150g für die geschmacklich angereicherten Sorten.

Falls Sie in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz zuhause sind, können Sie die Flor de Sal Webseite aufsuchen und dort einen Vertriebspartner in Ihrer Gegend finden. Die beiden Damen sind ständig bemüht, Ihnen das edle Salz näherzubringen und seine Vertriebswege auszuweiten.

Probieren Sie es einmal. Flor de Sal d’Es Trenc ist das Reinste aller Salze. Sie werden es nicht bereuen.

Vielleicht werden Sie nie mehr einfach nur Salz zu Salz sagen.

Ich weiß, daß das Alles nur nach Werbung klingt, ist es aber nicht. Die beiden fraglichen Damen kennen mich überhaupt nicht. Und ganz bestimmt zahlten sie mir keinen müden Cent für meine Empfehlung.

 

Ich habe einfach Flor de Sal vor einigen Jahren zufällig entdeckt und verwende es seither ständig. Ich habe es Freunden und Verwandten weiterempfohlen, die inzwischen alle begeistert sind.

Meinetwegen dürfen Sie sich ab jetzt auch zu meinen Freunden zählen. 

 

Kategorien: Essen & Trinken · Mallorca · Mittelmeer · Spanien

Ein, zwei Nächte in einem mallorkinischen Kloster

9 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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Wer auf einer Ferieninsel lebt, wie ich auf Mallorca, kommt wahrscheinlich kaum auf die Idee, hier einmal selbst Urlaub zu machen. Aber genau das möchte ich heute vorschlagen.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, gelegentlich einmal ein, zwei Nächte oben auf einem Berg in einem der schönen alten Klöster Mallorcas zu verbringen, oder vielleicht sogar ein langes Wochenende?

Die meisten Klöster auf Mallorca stehen heutzutage leer. Die Mönche sind abgewandert, weil sie unter Mangel ihres Nachwuchses leiden. Die schönen Klöster sind aber noch da und sind auch meist sehr romantisch gelegen. Viele der mallorkinischen Klöster bieten schon seit Längerem eine Beherbergung in einfachen Räumen in den ehemaligen Mönchszellen an. Eine tolle Sache, glauben Sie mir.

Es gibt etwa 30 Klöster und Einsiedeleien auf Mallorca, ohne die in der Inselhauptstadt Palma mitzuzählen. Zehn dieser ländlich gelegenen Refugien bieten Unterkünfte an, soweit ich das feststellen konnte. Fünf davon will ich heute für einen Kurzurlaub etwas beschreiben.

Einige dieser Herbergs-Klöster bestehen auf einem Mindestaufenthalt von drei Nächten, je nach Jahreszeit. Die Unterbringung mag manchmal sehr einfach sein, aber gerade das kann ja auch einmal seinen besonderen Reiz ausmachen. Hier und da muß man vielleicht sein Bett selber machen, und nicht alle Klöster haben immer eine Dusche oder heißes Wasser parat, aber bei Preisen von 15 € bis 30 € pro Nacht und pro Person erwartet man auch nicht allzuviel Luxus.

Was die Klöster an Komfort vermissen lassen, gleichen sie an guten Aussichten wieder aus. Als Bonus findet man stattdessen jedes Mal die immer schwieriger zu findenden Vorzüge von Einsamkeit, Ruhe und Seelenfrieden.

Kurz hinter Llucmajor erhebt sich aus der zentralen Ebene Mallorcas der Randa-Berg, der leider durch eine häßliche Radaranlage entstellt wird. Hierhin hat sich 1275 der mallorkinische Mystiker Ramon Llull zurückgezogen, um seine erste Einsiedelei zu gründen, als er nach einer Midlife-Krise wieder zu sich fand. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit und besichtigen Sie auch das Llull-Museum. Es lohnt sich, etwas über diesen großen Mallorkiner und Denker zu erfahren.

Sie müssen nun nicht unbedingt auf Ihre eigene Midlife-Krise warten, um ein paar Nächte im Kloster von Nuestra Señora de Cura (540 m hoch gelegen) oberhalb Randas zu verbringen. Während Sie dort vielleicht Ihr Picknick auf der Klosterterrasse von Cura genießen und die Lichter Palmas in der Ferne bewundern, und mit ein bischen Glück auch einen der schönsten Sonnenuntergänge Ihres Lebens, kommen Sie sich vielleicht vor wie in einer anderen Welt.

Die Unterbringung in Cura ist mehr als befriedigend; die Lage ist wirklich sehr romantisch (Telefon 971.120.260). Es gibt noch zwei weitere Klöster bzw. Einsiedeleien auf dem gleichen Randa-Berg, die aber nicht über Unterkunftsmöglichkeiten für Besucher verfügen.

Dreißig Minuten weiter östlich kommen Sie zur Stadt Felanitx. Das Kloster von Felanitx heißt Santuario de Sant Salvador und thront außerhalb der Stadt majestätisch in einer Höhe von 510 m. Die Ursprünge dieses Klosters gehen zurück bis 1348, als hier schon eine Kirche eingeweiht wurde. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde dann die heutige Klosterkirche gebaut und eine Statue der Jungfrau von Sant Salvador wurde über dem Altar platziert. Diese Marienstatue wird schon seit dem Ende des 15. Jahrhunderts von den Einwohnern von Felanitx verehrt.

Die ehemaligen Mönchszellen von Sant Salvador wurden vor Kurzem umfangreich renoviert und sind jetzt viel komfortabler als früher. Erwarten Sie bitte keinen 4-Sterne-Hotel-Luxus, aber Einsamkeit, Seelenfrieden und Ruhe dürfen Sie hier erwarten, ebenso wie fabelhafte Aussichten vom Kloster aus über fast die halbe Insel. Freuen Sie sich schon jetzt über eine köstliche Lammkeule, eine Paella oder über Sopas Mallorquines, die mittags auf der Speisekarte stehen (Telefon 971.827.282).

Von Felanitx nach Petra ist es nur ein kurzer Weg. Das eher verschlafen wirkende Dorf mit den ockerfarbenen Häuser ist fast so, wie es gewesen sein muß, als ein anderer Mallorkiner, Junípero Serra, hier im 18. Jahrhundert aufwuchs. Serras Geburtsort beherbergt nun ein Museum zu seinen Ehren. Die Straße, die zu seinem Geburtshaus führt, ist mit Bildern aus Keramikkacheln geschmückt, die den späteren Missionar Serra zeigen, der hier in Petra aufgewachsen war, um dann später in Übersee die kalifornischen Missionen, wie z. B. San Diego und Los Angeles, zu gründen.

Auf einem Hügel über dem Dorf steht die Ermita de Bonany (317 m), wo Serra seine letzte Predigt vor seiner Reise über den Atlantik hielt. Die Kirche von Bonany wurde von den Dorfbewohnern 1609 gebaut als Dank für die gute Ernte nach einem Bon Any (gutes Jahr), nachdem sie während einer vorhergegangenen Dürreperiode für Regen gebetet hatten. Ein ebenfalls himmlisches Kloster, das Ihnen komfortable Unterkunft bietet, sollten Sie das irgendwann einmal wünschen (Telefon 971.826.568).

Das Kloster von Lluc liegt 550 m hoch in den Tramuntana-Bergen und ist Mallorcas bekanntester Wallfahrtsort. Dieses Kloster ist ein Ort, an dem traditionellerweise viele Hochzeiten geschlossen werden und auch ein populärer Ort für Pilgern, die nicht unbedingt fromm im herkömmlichen Sinn sein müßen. Zweimal täglich singt hier der weltberühmte Blavets Knabenchor; einmal um 11h15 (Sonntags um 11h00) für die Bustouren, die von den Urlaubsorten an der Küste kommen, und das zweite Mal am frühen Abend für diejenigen, die über Nacht bleiben wollen.

Das Kloster-Museum von Lluc ist täglich von 10h00 bis 17h30 geöffnet. Und falls Sie sich hier ein oder zwei Nächte gönnen wollen, gibt es viele der alten Mönchszellen, die seither in zeitgemäße Unterkünfte umgewandelt wurden. Auch einen Besuch der Kloster-Gaststätte dort sollten Sie nicht verpassen. Sie würden es nicht bereuen (Telefon 971.871.525).

In Lluc kann man sich schwerlich einsam fühlen. Die Klosteranlage ähnelt einem kleinen Dorf, mit Souvenirgeschäften, Banken und Restaurants. Man ist in einem modernen Pilgertrakt untergebracht, mit Schlafräumen samt eigenem Bad. In den umliegenden Bergen und Tälern bieten sich zahlreiche Wanderwege für Kurztouren an, die alle gut gekennzeichnet sind. Von den genannten Klöstern können Sie in Lluc nach meiner Meinung das beste Essen genießen.

Zu guter Letzt empfehle ich einen Besuch in der Einsamkeit der Ermita de la Victòria (400 m), in der Nähe von Alcúdia. Diese ehemalige Einsiedelei hat einen besonderen Charm wegen ihrer Lage auf der Halbinsel von La Victòria, wo phantastische Aussichten, eine ausgezeichnete Unterbringung, Seelenfrieden und eine wirklich gute Verpflegung garantiert sind. Die Einsiedelei birgt eine hölzerne Statue aus dem 15. Jahrhundert zu Ehren der Jungfrau Victòria, der Schutzheiligen Alcúdias (Telefon. 971.545.395).

Jede Jahreszeit eignet sich auf Mallorca für einen kurzen Klosteraufenthalt. Ich halte aber Oktober oder Mai klimatisch für besonders angenehm. Dann ist die Insel auch touristisch noch nicht – oder nicht mehr – überlaufen.

Alle angegebenen Klöster sind auch für Ein-Tages-Ausflüge gut geeignet, falls Sie doch für einen Kurzurlaub zu beschäftigt sein sollten. Aber schade wäre das schon.

Genießen Sie einen Besuch in einem der Klöster, so oder so.

 

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Darf ich Ihnen Junípero Serra vorstellen, den Missionar aus Mallorca?

7 Oktober 2007 · Kommentar schreiben

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1769 gab es zwei Päpste, einen in Avignon und einen zweiten in Rom. Avignon gehörte damals noch zum Königreich von Sizilien. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren nicht noch gegründet, und noch nicht einmal angedacht.

 

Die Westküste dessen, was heute die USA sind, war noch nicht von Europäern bewohnt, und war politisch noch nicht von den damaligen Weltmächten in Beschlag genommen worden.

Papst Clemens VI aus Avignon bzw. die Kirche hatten irgendwie Wind davon bekommen, daß eine Eroberung der amerikanischen Nordwestküste durch die Russen geplant sei. Geschwindigkeit und Raffinesse waren jetzt von entscheidender Bedeutung.

Die katholische Kirche, die zu jener Zeit politisch sehr einflußreich war, bat den spanischen Klerus um Hilfe. Spanien war eine große seefahrende Macht, die auf den Meeren erfahrener war als Italien und die sich bereits in den Amerikas auskannte. Und Avignon wurde erst 1791 wieder Frankreich eingegliedert, als der Papstsitz zurückging nach Rom.

Der mallorkinische Mönch Junípero Serra hatte schon 1749 beschloßen, Missionar zu werden. 1750 stach er von Cadiz in Spanien aus in See und kam im gleichen Jahr in Vera Cruz in Mexiko an. Mexiko war damals bereits spanisches Gebiet unter den Fittichen der katholischen Kirche.

Von Vera Cruz ging Junípero Serra mit seinen Mönchen stolze 442 Kilometer zu Fuß nach Mexiko-City. Das klingt für die meisten von uns nach einer ziemlich weiten Strecke, aber wer einmal den Camino de Santiago mit einer Gesamtlänge von 850 km zu Fuß gegangen ist, wie ich das vor kurzem getan habe, der sieht das alles als eher relativ an. Und sich wegen der Dauer einer langen Reise große Gedanken zu machen, war im 18. Jahrhundert nicht das Entscheidende. Es gab damals vermutlich allerdings weniger Herbergen in Mexiko, als das heute entlang des Caminos der Fall ist.

 

Sechs Monate nach seiner Ankunft in Vera Cruz wurde Serra in Jalpan (Mexiko) zum Missionspastor ernannt. Bis 1768 hatte er dann bei der Gründung von fünf christlichen Missionen in Mexiko mitgewirkt.

1768 führte Junípero Serra noch eine Expedition nach Baja California an, einer mexikanischen Halbinsel, wo noch zwei weitere Missionen gegründet wurden.

1769 wurde er, jetzt wegen der Russland-Sache, beauftragt, sich einer Expedition nach Alta California anzuschließen, dem Gebiet, das dem heutigen Kalifornien, USA, entspricht. Dort gründete er die ersten neun von insgesamt 21 kalifornischen Missionen: San Diego de Alcalá, San Carlos Borromeo de Carmelo, San Antonio de Padua, San Gabriel Arcángel, San Luis Obispo de Toloso, San Francisco Solano, San Juan Capistrano, Santa Clara de Asis und San Buena Ventura (heute: Los Angeles). Durch diese Missionsgründungen wurde faktisch der gesamte Landstrich für die katholische Kirche und damit für Spanien reklamiert.

Hier ist eine Landkarte der 21 kalifornischen Missions-Stationen:

 

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Junípero Serra verbrachte insgesamt 34 Jahre in Mexiko und Kalifornien. Er starb 1784 im Alter von 70 Jahren in der Mission von San Carlos Borromeo, wo er auch begraben liegt.

 

1988 wurde er von dem seinerzeitigen Papst selig gesprochen.

 

Die Eroberung Kaliforniens durch Russland wurde letztlich nie erfolgreich in Angriff genommen. Aber ohne Junípero Serra wären die USA heute wohl kaum von der kontinentalen Ausdehnung, wie wir sie heute kennen. Auch die geschichtliche Entwicklung Kaliforniens hätte zweifellos letztlich einen ganz anderen Kurs nehmen können.

Die Rolle Junípero Serras wird in den USA schon lange gewürdigt, wo Junípero Serra eine große Fangemeinde hat und wo ihm auch das Renommee eines Gründungsvaters des Staates Kalifornien anhaftet. Im Parlamentsgebäude von Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens, ist eine Statue in seinen Ehren errichtet. Die größte Junípero-Serra-Vereinigung der Welt ist heute in Santa Barbara (USA) beheimatet.

Der Ort Petra in Mallorca ist der Geburtsort Junípero Serras. In diesem Ort gibt es ein Junípero-Serra-Museum. Ein Besuch lohnt sich für all die, die sich für einen geschichtlich außergewöhnlichen Mallorkiner interessieren. Hundert Meter weiter, auf der gleichen Dorfstraße Petras, kann auch das Geburtshaus Serras besucht werden, wo ich das Foto (oben) aufnahm.

Vor 10 Jahren, im Juli 1997, war William Jefferson Clinton, damaliger Präsident der US of America, zu Besuch in Spanien. Er kam auch nach Mallorca, um den spanischen König Juan Carlos zu treffen, der in Mallorca immer seinen Sommerurlaub verbringt. Clinton hatte den Mallorkinern schon bei einem früheren Besuch sein Versprechung gegeben, bei der nächsten Gelegenheit Petra einen Besuch abzustatten und Junípero Serras Geburtshaus zu besuchen.

Die guten Leute von Petra warten leider heute immer noch auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten. Angeblich war Clinton stattdessen lieber eine Runde Golf spielen gegangen.

 

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