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Salvador Dalí: Künstler, Genie oder Betrüger?

3 Oktober 2007 · 1 Kommentar

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Salvador Domingo Felipe Jacinto Dalí i Domènech war ein wichtiger spanischer Künstler, der vor allem für seine surrealistischen Bilder bekannt ist.

Dalí wurde 1904 in Figueres in Katalonien geboren, wo er sich von jungen Jahren an in Kunst unterrichten ließ. Er hatte seine erste öffentliche Ausstellung bereits im Alter von nur 15 Jahren. Das ist deshalb so beachtlich, weil wir von 1919 sprechen, dem Jahr unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Mit 18 zog Dalí nach Madrid um, der Hauptstadt Spaniens, wo er Kunst an der Kunsthochschule studierte. All das war noch lange vor der Zeit Francos, dem späteren Diktator Spaniens. Bereits damals zog Dalí alle Blicke auf sich und sein Erscheinungsbild, vor allem wegen seiner langen Haare, seiner Koteletten, seines eigenartigen Gehrocks und seiner Bundhosen. Der gezwirbelte Schnurrbart kam dann später dazu.

In Madrid experimentierte er bereits sowohl mit Kubismus zu einer Zeit, als es in Spanien noch keine Kubisten gab, als auch mit Dadaismus, einer Kunstbewegung, die ihn Zeit seines Lebens beschäftigen sollte. Er freundete sich mit dem spanischen Dichter Federico García Lorca und auch mit dem Filmregisseur Luis Buñuel an. Mit Letzterem hatte er später eine Zusammenarbeit an dessen Film ‘Un chien Andalou’.

1926 wurde Dalí kurz vor seinem Abschluß von der Kunsthochschule in Madrid ausgeschloßen. Er hatte sich das Urteil angemaßt, daß keiner seiner Professoren die Qualifikation hätte, seine Arbeiten sachgemäß zu bewerten. Im Nachhinein ist man geneigt, ihm zuzugestehen, daß er vielleicht Recht hatte.

1926 reiste Dalí zum ersten Mal nach Paris, wo er Pablo Picasso traf, den er in jungen Jahren verehrte, allerdings später dann aber nicht mehr. 1929 traf Dalí seine Muse, Gala, eine Immigrantin aus dem vorrevoluzionären Russland, die elf Jahre älter war als er und die er später dann heiratete. Die Ehe wurde 1934 geschlossen.

Nachdem Francisco Franco 1936 an die Macht gekommen war, sah Dalí sich erheblicher Kritik ausgesetzt wegen der politischen Konfrontation in Spanien. Eine der Auswirkungen war, daß er von der Vereinigung der spanischen Surrealisten geächtet und ausgeschloßen wurde, wozu er nur sagte: ‘Surrealismus, das bin doch ich’.

 

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europe zogen Dalí und Gala 1940 in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo sie acht Jahre lang blieben. Dalís Werke in dieser Phase zeichneten sich durch ausgezeichnete malerische Fertigkeiten und durch surreale, traumbildliche Szenen aus. Ohne Zweifel verdient Dalís Œuvre, vor allem in den frühen Jahren, Respekt und Anerkennung. Diese Phase darf als Dalís wichtigste Zeit seiner Karriere gelten.

Es scheint, als hätte Dalí nach seiner Rückkehr nach Europa und in das Spanien Francos seine besondere künstlerische Begabung verloren hätte. Dalí wurde wegen seiner Rückkehr politisch angefeindet und erheblich kritisiert. Statt als der große Künstler gefeiert zu werden, der er in den früheren Jahren sicher gewesen war, galt er nun als kontrovers und fragwürdig. Dalí begann daraufhin eine Periode, die man als seine ‘theatralische’ Phase bezeichnet, und die als eine seiner unkonventionellsten Schaffensphasen gilt. Er begann 1960, sein eigenes Museum zu kreieren, das Teatro-Museo Dalí in seiner Heimatstadt Figueres, unweit von Girona. Falls Sie einmal dort gewesen sein sollten, stimmen Sie mir möglicherweise zu, daß einige der Ideen und Visionen, und einige der Arrangements und Inszenierungen dort einen genialen Zug um sich haben. Die Öffnungszeiten sind dort gegenwärtig von 9h30 bis 18h00; ab November und wöhrend der Wintersaison ist von 10h30 bis 18h00 geöffnet. Der Eintritt kostet 10 €, und das ist das Erlebnis sicher Wert.

 

Es gibt Anschuldigungen gegen einige seiner engsten Mitarbeiter, die Dalí angeblich in seinen letzten Jahren genötigt haben sollen, unbedrucktes Büttenpapier zu signieren, um diese Bögen dann nach seinem Ableben zu bedrucken und sie posthum als Originale zu verkaufen. Andere kritische Stimmen wiederum behaupten, daß Dalí in seinen letzten Jahren durchaus bei hellem Sinn gewesen war und zu Nichts genötigt oder gezwungen werden mußte, sondern im Gegenteil selbst aktiver Beteiligter eines betrügerischen Komplottes gewesen sein soll. Diese Gruppe von Leuten ist überzeugt, daß Dalí selbst am Ende ein geldgieriger Betrüger geworden ist.

Ich biete nun meine Meinung an:

 

Ich empfehle auf jeden Fall eine Besuch im Dalí Museum in Figueres (Teatro-Museo Dalí). Ich würde auch einen Besuch im Púbol Schloß empfehlen, das er für seine Frau Gala gekauft hat und wo sie begraben liegt (Casa-Museo Castillo Gala Dalí de Púbol), und auch einen Besuch im Museum in Cadaqués (Casa-Museo Salvador Dalí), das im Sommer von Dalís Eltern eingerichtet ist. Die Öffnungszeiten in Púbol sind von 10h00 bis 18h00; ab November bis zum Ende des Jahres von 10h00 bis 17h00. Eintritt ist 6 €. Die Öffnungszeiten in Cadaqués sind von 10h30 bis 18h00 ab jetzt bis Anfang Januar. Eintritt ist 10 €. Um das Museum in Cadaqués zu besuchen, müßen Sie telefonisch einen Besuch reservieren: (+34)972.252.015. Alle drei Orte sind nahe beieinander gelegen und sind mit dem Auto ca. eine Stunde von Barcelona entfernt.

Sollten Sie die Gelegenheit haben, eine besondere Dalí Museumsausstellung zu sehen mit seinen früheren Arbeiten, vor allem aus der surrealisten Periode, dann lassen Sie sich das besser nicht entgehen. Falls Sie mal in London weilen sollten, besuchen Sie das Tate Modern, wo Sie ein paar sehr gute Dalís sehen können. In New York hängen einige exzellente, frühe Dalís im Museum of Modern Art. In Spanien sehen Sie einige frühe Dalís im MNCARS Reina Sofía in Madrid. In Mallorca, wo ich lebe, gibt es eine schöne Arbeit in Öl in der Fundación Juan March (Museu d’Art Espanyol Contemporani), 1946 gemalt, als die Welt für Dalí noch in Ordnung war. Für andere Orte  recherchieren Sie am Besten im Internet.

 

Im L. A. County Museum of Art in Los Angeles, Kalifornien, USA, gibt es in Kürze eine Ausstellung unter dem Titel Dalí: Painting & Film, und zwar ab Mitte Oktober bis Anfang Januar 2008. Da Dalí immer wieder an Filmprojekten mitgewirkt hat, angefangen von Luis Buñuel über Alfred Hitchcock bis hin zu Walt Disney, dürfte das sicher eine sehr interessante Ausstellung werden.

 

Vermeiden Sie Dalís spätere Arbeiten, nach 1955, und vor allem Papierarbeiten (Lithographien, Siebdrucke, Radierungen, Gouachen). Originalgouachen oder Papierzeichnungen sind allesamt im Besitz von Museen und sonstigen öffentlichen Händen, und der verbleibende Rest dürfte von weniger Bedeutung oder gar unwichtig sein, oder im Zweifelsfalle sogar gefälscht. Seien Sie vor allem auf der Hut vor besonderen Gelegenheiten, Dachbodenfunden, Internet-Versteigerungen oder sonstigen besonderen Schnäppchen.  

Ersparen Sie sich eine herbe Enttäuschung.

 

Kategorien: Kunst & Künstler · Persönlichkeiten · Spanien

1 Antwort bis hierher ↓

  • Adrian // 17 November 2007 um 11:36

    Mich würde interessieren, woher du die Informationen über die Anschuldigungen gegenüber Dali hast. Ich arbeite an meiner 5. Prüfungskomponente für das Abitur und suche dringend solche eher unkonventionellen Informationen über Dali. Adrian

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